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Partnerschaftsgärten

Partnerschaftsgärten

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Partnerschaftsgarten Hitchin

Partnerschaftsgarten Hitchin

Die Partnerschaft zwischen Hitchin und Bingen wurde mit der Unterzeichnung der Partnerschaftsurkunde am 27. Mai 1958 besiegelt. Sie ist damit die älteste städtepartnerschaftliche Beziehung Bingens.

Sanfte Hügel kündigen bei der Fahrt aus den dicht bebauten Vorstädten Londons die grünen Erholungsgebiete im Norden an. In dieser Landschaft liegt Hitchin. Durch ihre Nähe zu London und ihren ursprünglichen Charakter als kleine Marktstadt ist sie ein beliebtes Ziel für Wochenendausflügler und Touristen.

Hitchin ist von jeher ein Umschlagplatz für Vieh aus dem Norden und ein Platz für Wollhandel gewesen. Die Stadt ist außerdem berühmt für ihre Lavendelindustrie und die Rosenzüchtung.

Die Planung für den Partnerschaftsgarten Hitchin verknüpft die ortstypischen Materialien mit den Aspekten der umgebenden Kulturlandschaft und Klassikern der englischen Gartenkunst. Beim Gang durch den Garten soll der Besucher das Gefühl bekommen, er würde durch die hügelige Landschaft Hitchins spazieren. Mit Lavendelbändern und Rosenpflanzungen wird auf die Parfümindustrie aufmerksam gemacht und dem Garten ein Farbtupfer aufgesetzt.

Im Partnerschaftsgarten Hitchin hat auch die Rose »Pride of England«, ein Geschenk der Hitchin Town Twinning Association an Bingen, ihren Platz gefunden.

Partnerschaftsgarten Nuits-Saint-Georges

Partnerschaftsgarten Nuits-Saint-Georges

In einer mathematischen Formel wäre Nuits-Saint-Georges die Summe aus herrlichen, burgundischen Rotweinen, gutem Essen und netten Menschen.

Die liebenswerte kleine Stadt liegt im Herzen des Burgund, am Fuße der Côte de Nuits, dem nördlichsten Teil der Côte d´Or. Es ist das Anbaugebiet der besten Burgunderweine. Vieles hat der Landstrich um Nuits-Saint-Georges mit der Landschaft am Rhein gemein. Die vor Jahren in der Gemarkung der Partnerstadt ausgegrabene römische Villa und die im Museum in Nuits-Saint-Georges ausgestellten Fundstücke sind in ihrer Art und ihrem Material den Funden in Bingen sehr ähnlich. Natürlich verbindet auch der Weinanbau beide Städte.

Neben der Rebe gilt aber auch einer weiteren Frucht die Aufmerksamkeit der Menschen dieser Region: der schwarzen Johannisbeere, aus der ein äußerst schmackhafter Likör, der Cassis, gewonnen wird. Dieser Likör wurde insbesondere durch seine Verbindung mit trockenem Weißwein oder Sekt als »Kir« oder »Kir royal« berühmt.

Die Früchte der Weinrebe und der schwarzen Johannisbeere sind die Leitidee des Entwurfes für den Partnerschaftsgarten. Insbesondere Form und Farbe des Weins und der Johannisbeeren prägen den Garten. Die Grundfläche teilt sich in eine befestigte Fläche und eine Rasenfläche auf. Beide Bereiche sind durch eine geschwungene Linienführung weich miteinander verbunden und mit kreisrunden Pflanzinseln und Sitzmöglichkeiten durchzogen. Der Garten ist mit Stauden und Wechselflor bepflanzt, so dass zu jeder Zeit der gewünschte Farbklang aus violett, nachtblau, karmesinrot, pink, rosa und weiß entsteht.

Partnerschaftsgarten Venarey-Les Laumes

Venarey-Les-Laumes – Bingerbrück
Garten der Partnerschaft / Jardin de jumelage

1967 wurde die Partnerschaftsurkunde Venarey-Les Laumes / Bingerbrück unterzeichnet. Der Freundschaftskreis Venarey-Les Laumes-Bingerbrück wurde 1969 in Bingerbrück und 1972 in Venarey-Les Laumes gegründet. Diese deutsch-französische Freundschaft zwischen Venarey-Les Laumes und Bingerbrück wird seitdem durch jährliche Treffen, Feste und Feierlichkeiten gelebt für Frieden und Freiheit in Europa.

Die größte Gemeinsamkeit der beiden Ortschaften ist die Bedeutung der Eisenbahn und der Stellenwert des Bahnhofes. Wie Bingerbrück entstand Les Laumes durch die Gründung des Bahnhofes als Umschlagsplatz und Verkehrsknotenpunkt. Ist Bingerbrück umgeben von Rhein und Nahe, ist Venarey-Les Laumes umgeben von drei Flüssen (die Brenne, der Rabutin und der Ozerain) und wird von dem Kanal von Bourgogne durchquert. Gibt es in Bingerbrück die römische Drususbrücke finden wir in Venarey-Les Laumes eine original römische Steinbrücke. Lebte auf dem Rupertsberg in Bingerbrück Hildegard von Bingen lebte auf dem Mont Auxios oberhalb Les Laumes die Hl. Regina, die einen Märtyrertod starb.

Die Ebene von Les Laumes und der Mont Auxios waren einst Schauplatz eines der bedeutenden Geschichtsereignisse für den Werdegang Europas. Hier besiegte Caesar 52 v. Chr. die Gallier, geführt von Vercingétorix, bei Alesia. Der Ort auf dem Mont Auxios oberhalb von Les Laumes heißt heute Alise-Ste Reine. Dort befindet sich übrigens das Grab des Gründers der burgundisch-rheinland-pfälzischen Partnerschaft, Kanonikus Kir, Abgeordneter der Nationalversammlung und Oberbürgermeister von Dijon.

In dem Partnerschaftsgarten wird versucht, den Charakter des Ortes Venarey-Les Laumes und die Freundschaft zwischen beiden Gemeinden mit vielen Symbolen darzustellen:

  • Romanische Form des Sitzplatzes
  • Eisenbahnschienen und Schwellen
  • Gemeinsame deutsch-französische Geschichtsdaten
  • Darstellung von Wasser
  • Verwendung burgundischer Kalksteine
  • Hügelige Gräserfelder für die burgundische Landschaft
  • Blumen und Hecken als beliebte französische Formgebung

Zeichen der besonderen Freundschaft

Die Statue der Hl. Regina und die Kalkplatten mit den Ortswappen sind ein Geschenk der Gemeinde Venarey-Les Laumes an die Stadt Bingen. Sie werden hier als Zeichen der besonderen Freundschaft aufgestellt.

Partnerschaftsgarten Prizren (Kosovo)

Partnerschaftsgarten Prizren (Kosovo)

In Bingen kennt man Prizren seit einigen Jahrzehnten, genauer gesagt seit Beginn der 60er Jahre, als ein Binger Weinhandelsunternehmen das wichtigste Produkt der Stadt, den Wein des Amselfeldes, entdeckte und begann, ihn zu vermarkten. Aus geschäftlichen Beziehungen entstanden menschliche Verbindungen und im Jahre 1968 wurde dann die bisher einzige Städtepartnerschaft einer deutschen Stadt mit einer Stadt im Kosovo offiziell besiegelt. Trotz unterschiedlicher Kulturen und der großen räumlichen Distanz zwischen beiden Städten Prizren und Bingen (rund 1.800 km) entwickelte sich nach der Unterzeichnung der Partnerschaftsurkunde am 22. Mai 1968 eine sehr lebendige Partnerschaft. Zwanzig Jahre gab es einen regen Austausch zwischen Schülern, Bürgern, Gruppen und Vereinen, der geprägt war von Freundschaftlichkeit und Herzlichkeit. Jäh unterbrochen wurde dieser Kontakt 1989, als, von der Provinz Kosovo ausgehend, das Unheil auf dem Balkan seinen Anfang nahm.

Nach dem Entzug der Autonomie für die Provinz Kosovo und der Auflösung des Parlaments in Pristina kam es zu den ersten gewalttätigen Demonstrationen. Parallel zur Eskalation der Gewalt gegen die albanische Bevölkerungsmehrheit im Kosovo wuchs bei den Bürgerinnen und Bürgern in Bingen die Sorge um die Menschen in Prizren. So hat die Stadt Bingen in einer Vielzahl von Aktionen und Schreiben auf die besondere Situation im Kosovo und die Bedeutung der Lösung der Kosovo-Frage im Zusammenhang mit einer dauerhaften Friedenslösung auf dem Balkan hingewiesen. Die Partnerschaft zwischen Bingen und Prizren hat sich seit dem Jahr 2000 durch ein Schüleraustauschprogramm und verschiedene Hilfsprojekte weiter vertieft.

Der Partnerschaftsgarten Prizren vergegenwärtigt das Schicksal der Vielvölkergemeinschaft. Symbolisch führen die Wege durch die Berge und Wälder, dargestellt mit Felspartien, Baumgruppen, Sträuchern, Stauden und Gräsern aus dem mediterranen Bereich. Die Wege treffen sich an einem runden, gepflasterten Platz – dem Sammelplatz der Völker und Religionen des Kosovo.

Mögen die Ruinen und Trümmer, die jetzt im Kosovo noch allgegenwärtig sind, in Kürze weggeräumt werden können – in der Hoffnung auf eine blühende Zukunft. Informationen zur Partnerschaft zwischen Prizren und Bingen finden Sie unter: www.bingen.de

Partnerschaftsgarten Verona

Partnerschaftsgarten Verona

Die Partnerschaft wurde 1952 als eine der ältesten kommunalen Partnerschaften Europas auf Betreiben des Historikers und Europäers Prof. Giovanni Dean und des Verwaltungsdirektors Claus Palm vom damaligen Landkreis Bingen mit der Region Verona gegründet. Nach der Zusammenlegung der Kreise Mainz und Bingen im Jahre 1969 wurde sie vom Landkreis Mainz-Bingen übernommen. Die Partnerschaft wird durch regelmäßige Treffen der Gemeinden mit den italienischen Partnern im östereichischen Stans gepflegt. Außerdem findet regelmäßig ein Jugendaustausch zwischen Verona und dem Landkreis Mainz-Bingen statt.

Aus der Vielfalt möglicher Themen wurden der Balkon der Julia aus dem Liebesdrama Romeo und Julia von Shakespeare, eine beliebte, viel fotografierte Touristenattraktion und die Arena (Amphitheater) von Verona als Inhalt des Gartens gewählt und symbolhaft gartenarchitektonisch umgesetzt. Der Balkon der Julia wurde von dem Kirchenmaler Günter Daniel aus Geisenheim auf einer 2,50 m breiten x 5,00 m hohen Wandscheibe aufgemalt. Auf der Rückseite der Wandscheibe ist das Zitat aus Romeo und Julia „Süß ist’s Liebe zu besitzen wenn schon so reich an Freud’ ihr Schatten ist“ verewigt.

Die symbolhaft angedeutete »Arena« besteht aus segmentartig verlaufenden, höhengestuften und geschnittenen Eibenhecken. Die »Arena« ist auf den Balkon der Julia ausgerichtet. Eine Ölweide im Bereich des Balkons als Ersatz für den Olivenbaum, vermittelt das südländische Flair und steht mit ihrem silbergrauen Blattwerk in Kontrast zu den dunkelgrünen Eibenblöcken.

Weitere Informationen zur Partnerschaft zwischen Verona und dem Landkreis Mainz-Bingen erhalten Sie unter www.mainz-bingen.de.

Partnerschaftsgarten Nysa (Neisse)

Partnerschaftsgarten Nysa (Neisse)

Die Partnerschaft zwischen dem Landkreis Nysa (Neisse) in der südpolnischen Wojwodschaft Oppeln ist die jüngste Partnerschaft des Landkreises Mainz-Bingen. Sie wurde im Jahr 2000 beschlossen und 2001 offiziell gefeiert. Der Kreis Nysa (Neisse) besteht aus neun Gemeinden mit der größten Stadt Nysa. Hier leben etwa 50.000 Einwohner.

In eine begehbare Schotterrasenfläche, die das gesamte Gartenareal umfasst, sind 3 typische Landschaftselemente der Region Nysa eingefügt:

Das Wasser symbolisiert die Seenlandschaft der polnischen Region. Das Wasserbecken ist mit Binsen bepflanzt. Die zum Wasser abfallende flach geneigte Fläche stellt das Kulturland dar. Es ist von Rapsfeldern geprägt. Als Ersatz für Raps ist ein Teppich der gelb blühenden Fetthenne gewählt, aus dem jahreszeitlich versetzt die gelbblühende lilienblütige Tulpe ‚Westpoint’ und der Goldlauch hervorwachsen. Die stärker angehobene und modellierte nördliche Fläche bezeichnet die waldbestandene Hügellandschaft. Als Pflanzen sind die Silberkiefer, die Preiselbeere und die in der Region wildwachsende Türkenbundlilie verwendet. In der Nordwestecke ist eine Hängeweide gepflanzt. Das Sitzmöbel repräsentiert das in der Region verbreitete Weidenflechterhandwerk. Weitere Informationen zur Partnerschaft zwischen Nysa und dem Landkreis Mainz-Bingen erhalten Sie unter www.mainz-bingen.de.

Karl der Große

Karl der Große, 
sein Kräutergarten und die Stadt Ingelheim

Der Kräutergarten ist ein Beitrag der Stadt Ingelheim am Rhein. Dort ließ Karl der Große am Ende des 8. Jahrhunderts eine Kaiser-pfalz (Palastanlage) bauen. Die Reste der Ingelheimer Pfalz sind noch heute eines der bedeutendsten Denkmäler mittelalterlicher Herrschaftsarchitektur.

Karl der Große erließ um 800 das sogenannte capitulare de villis. Diese Verordnung legte für alle Pfalzen verbindlich fest, welche Waren stets vorrätig zu halten waren. Hierzu gehören auch zahlreiche Heil- und Nutzpflanzen. Eine Auswahl dieser Pflanzen ist in diesem Garten zu sehen.

Die Form des Gartens und seine Pflanzen

Die streng geometrische Kreuzform des Gartens erinnert an mittelalterliche Klostergärten. Häufig besaßen diese Gärten eine Einfriedung aus Hecken, für die hier Hainbuchen ausgewählt wurden.

In den Hochbeeten sind Pflanzen aus dem capitulare zu sehen. Den Mittelpunkt des Gartens bildet ein Speierling (Art der Eberesche). Seine birnenähnlichen Früchte werden bis heute zur Herstellung von Apfelwein verwendet. Der Sitzplatz lädt zum Verweilen inmitten der blühenden und duftenden Heil- und Nutzpflanzen ein. An den Eingängen zum Garten rankt Rot- und Weißwein, der bis heute das Landschaftsbild in und um Ingelheim prägt.