35

Lotsenhaus

Lotsenhaus

Navigationsbaum: Karte › Lotsenhaus

1948 erbaut, war dies der Standort der Binger Lotsen bis 1974 der Ausbau des Mittelrheins erfolgte. Das Lotsenhaus war Eigentum der Binger Lotsgemeinschaft. Zugleich war es Orderstation und tagsüber ständig besetzt. Telefonisch übermittelte Ordern der Reedereien, Post und Telegramme wurden vor der Zeit der modernen Nachrichtenübermittlung den vorüberfahrenden Schiffen per Boot überbracht. Der Streckenabschnitt von Bingen bis St. Goar, in Schifferkreisen Gebirge genannt, war durch zahlreiche Felsenriffe, Sandbänke und die mitunter starke Strömung der gefährlichste für die Rheinschifffahr t. Vor dem gefährlichen Binger Loch regelte der Wahrschauer auf dem Mäuseturm mit Flaggen und Körben die Durchfahrt der Schiffe. Entgegen einer weit verbreiteten Ansicht bestand keine Lotsenpflicht, aber wegen der Gefahren und aus versiche - rungstechnischen Gründen wurden die Lotsen angefordert. Die Binger hatten das Lotsenpatent bis Kaub zu Tal und nach Mainz. Anders als ihre Kollegen aus Kaub, die sich ach der Bergfahrt wieder mit einem Nachen stromabwärts treiben lassen konnten, waren die Binger Lotsen zu einer Rückkehr an Land gezwungen. Die Rückfahrt erfolgte oft per Anhalter. Sie wurden gerne für ein Trinkgeld wieder mit nach Bingen genommen. Die Anzahl der Fahrten am Tag war abhängig von der Tageslänge, Wetter und Schifffahrtsbetrieb auf dem Rhein und entscheidend für den Verdienst eines Lotsen. Der Ausbau des Binger Lochs auf eine Breite von 120 Metern im Jahre 1974 und neue Schiffstechnik machten den Lotsendienst danach überflüssig.

Öffnungszeiten

Mai bis September
Samstag, Sonntag, Feiertage 14 bis 18 Uhr
Änderungen vorbehalten.

Der Eintritt ist frei.