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Der Japanische Garten

Der Japanische Garten

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Die japanische Gartenkunst hat drei Grundtypen in zahlreichen stilistischen Varianten hervorgebracht. Am Anfang stand der Palastgarten mit großen Teichen auf dem sich der Adel in Booten mit Musizieren und Dichten vergnügte. Später kam der Betrachtungsgarten auf, der vom Umgang des Hauses angeschaut werden soll. In der Regel ist dies die Darstellung einer Landschaft mit Felsen, Kies und wenigen Pflanzen, mitunter aber auch mit einem kleinen Teich. Häufig wurden sie vor Tempelbauten angelegt, um in ihrem Anblick zu meditieren. In Ostasien spielt die Natur eine große Rolle. Der Mensch fühlt sich als ein Teil von ihr, empfindet die Landschaft als sein eigenes Wesen, als Weg zur inneren Wahrheit wie es ein berühmter Zen-Philosoph und Gartenmeister im 14. Jahrhundert ausdrückte.

Mit der im 15. Jahrhundert entstandenen Teekunst (Teezeremonie) wurde der Teegarten als „Waldweg“ zum Teepavillon gestaltet, ausgelegt mit Schrittsteinen. Teichgärten gab es aber immer. Im 14./15. Jahrhundert um die Ruhesitze der Fürsten und ab dem 17. Jahrhundert die großen Fürstenparks in Tokyo, die heute noch erhalten sind. Der japanische Garten des Kulturufers ist unter die kleinen Teichbetrachtungsgärten einzuordnen. Ihm sind aber, wie allgemein üblich, einige andere Elemente hinzugefügt, so die Schrittsteine, die, für den Teegarten entworfen, auch in den großen Parks zu finden sind. Steinlaternen standen oft vor einsamen Shinto-Schreinen. Von den Teemeistern in ihre Gärten geholt, wurden sie sehr bald zum Schmuckelement. Die Insel, die stets in den Teich gehört, ist das einzige Element, das man als Symbol betrachten kann, als Symbol der daoistischen Insel der Unsterblichen (Horai-shima). 
Sonst aber ist dieser Garten nichts anderes als das Bild einer von sanften Hügeln umgebenen Teichlandschaft.