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Alter Kran

Alter Kran

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Eine jüngst frei gelegte Inschriftentafel im Fundament des Alten Krans nennt das Jahr 1487 als Baujahr: Die Anlage ist damit der älteste datierbare Landkran zwischen Mainz und Köln am Rhein. Außer dem Alten Kran war im 16. Jahrhundert mindestens noch ein Schiffskran im Binger Hafen im Einsatz. Entsprechend ihrer Bedeutung für den Handel stellten die Hebewerke eine wichtige Einnahmequelle für den Binger Landesherren, das Mainzer Domkapitel, dar: Zum Be- und Entladen aller Schiffe war die gebührenpflichtige Benutzung der Kräne vorgeschrieben. Ein Kranmeister und seine Knechte hatten die Einnahmen zu verwalten und den Kran funktionstüchtig zu halten (Kranmeisterordnung 1552). Da die Anlagen großem Verschleiß ausgesetzt waren und immer wieder nur notdürftig repariert wurden, rang man sich im 17. Jahrhundert zu einem Neubau der Holzaufbauten auf den bestehenden Fundament durch. Im Innern des Krans befinden sich zwei große Holzräder: je eines zum Anheben und Ablassen der Lasten. Männer mussten durch Laufen in den Rädern deren Antrieb bewirken. Mit einem großen, handbewegten Balken konnte das Kuppeldach samt Ausleger bewegt werden. Der Alte Kran, der bis zur Aufschüttung des Rheinufers um 1890 unmittelbar am Flussufer lag und solange auch in Betrieb war, ist im Jahre 2005 vollständig restauriert worden.

Im Zuge der Rahmenplanung zur städtebaulichen Entwicklung des Hafenareals entstand die Idee, die ursprüngliche Funktion des Krans wieder sichtbar zu machen. Dafür wurde die Spundwand am Rhein aufgebrochen und ein Hafenbecken gebaut, so dass der Kran wieder direkt am Wasser steht.