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»Zugvögel«

»Zugvögel«

Joan Thimmel

Udelfinger Sandstein – 2008

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Joan Thimmels „Zugvögel“ haben einander die Rücken zu gekehrt und schauen in verschiedene Richtungen: Einer scheint etwas ungläubig - Richtung Binger Loch - in den Himmel hinaufzusehen, den Schnabel hochgereckt, vielleicht geht der Blick einen Flugzeug nach, vielleicht ist es aber nur einer der Blicke um sicherzustellen, wie das Wetter wird. Sein Kompagnon hat den Schnabel geradeaus gerichtet und schaut offenen Blickes in Richtung der Stadt Bingen. Und dann ist da noch der dritte mit gesenktem Haupt in Richtung Hauptbahnhof, der traurig den Abreisenden hinterher sieht. Ganz alleingelassen sieht er aus, auch wenn er sich in Gesellschaft der anderen zwei Vögel befindet. Joan Timmel hat diese drei Vögel im Rahmen des Symposiums von „Skulpturen bei 529 Bingen am Rhein“ geschaffen, das während der Landesgartenschau 2008 von Mitte April bis Mitte Mai am Rhein-Nahe-Eck stattfand. Er hat die drei Blöcke Udelfinger Sandsteins zum Leben erweckt und Persönlichkeiten geformt. Während die Schnäbel glatt geschliffen sind und zum Streicheln einladen, deutet er mal feiner, mal in grösseren Linien das Gefieder an. Im Grunde sind es „lustige“ Vögel, wie auch Joan Thimmel einer ist, was jeder bestätigen kann, der ihn mit verschmitztem Gesicht an seinen Vögeln hat arbeiten sehen. Und der Titel „Zugvögel“ bekommt schliesslich am Bahnhof auch einen ganz eigenen Sinn. Die „Zugvögel“ grüssen und verabschieden den Zugreisenden und tragen somit auch zum Gesicht der Stadt bei.

Joan Thimmel wurde 1950 in Vaslui, Rumänien, geboren. Er hat an den Hochschule für Bildende Künste in Bukarest studiert und lebt und arbeitet seit vielen Jahren in Borg bei Perl im Dreiländereck von Deutschland, Frankreich und Luxemburg. In dieser Gegend hat er bereits mehrere Skulpturen für den Aussenraum, aber auch Altäre für den Kirchenraum geschaffen.