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»Einhörner und Widder«

»Einhörner und Widder«

Liesel Metten

Bronze – 1995–2006

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Die Liebe zur Tierwelt, die Liesel Metten uns in ihren Tierbronzen zeigt, manifestierte sich schon im kleinen Mädchen, dem klar war, dass es Insektenforscherin werden würde. Ein prägendes Ereignis für die Künstlerin war ein Besuch bei dem bekannten Bildhauer Henry Moore, der sie bestärkte, ihren künstlerischen Weg konsequent zu verfolgen. So erschafft sie seit beinahe fünfzig Jahren Tierfiguren. Angefangen hat es mit Schmetterlingen, die in ihrem Œuvre eine wichtige Rolle spielen. In Bingen sind es zwei Einhörner und ein Widder, die ihren Tierpark repräsentieren; aufgestellt wurden sie zur Landesgartenschau 2008 im Rahmen von „Skulpturen bei 529 Bingen am Rhein“. Die Köpfe sind im Verhältnis zu den Körpern klein, und dennoch sind sie es, auf die sich das Auge des Betrachters sofort richtet. Sie lassen uns das Tier - wenn nicht sogar seinen Charakter - erkennen. So ernsthaft Mettens Ansatz ist, das Tier auf wenige Erkennungsmerkmale zu reduzieren und den Körper der Tiere in Kuben umzusetzen, so sehr bleibt das spielerische und tierliebende ihrer Skulpturen im Vordergrund. Es ist eine ganz bewusste Entscheidung, dass die Skulpturen von Liesel Metten, die sie für den öffentlichen Raum geschaffen hat, bespielbar sind, so ein Schifffisch für einen Spielplatz in Schifferstadt oder ein Drachen für einen Wiesbadener Spielplatz.

Liesel Metten wurde 1938 in Recklinghausen geboren und begann ihr Studium der Bildhauerei an der Akademie der Bildenden Künste in München 1957. Seitdem hat sie an vielen Einzel- und Gruppenausstellungen im In- und Ausland teilgenommen und vor allem in Rheinland-Pfalz Arbeiten für den öffentlichen Raum geschaffen. Sie lebt und arbeitet gemeinsam mit ihrem Mann, dem Bildhauer Johannes Metten, in Bacharach und Nieder-Olm. Außergewöhnlich für das Schaffen des Künstlerpaares ist, dass sie eine eigene Bronzegießerei eingerichtet hatten. Während die meisten Künstler viele Schritte des Entstehungsprozesses der Bronze an eine Gießerei abgeben müssen, konnten sie so ununterbrochen das Kunstwerk vom Modell zur Bronze begleiten.